Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 60 stehen vor wichtigen Entscheidungen: Wie gestalte ich den Übergang vom Job in den Ruhestand? Was bedeutet Rente konkret für mich? Und wie kann ich Arbeit, Freizeit und Geld sinnvoll verbinden? Egal, ob du als Vollzeit- oder Teilzeitkraft in einem Betrieb arbeitest oder in der Zeitarbeit beschäftigt bist — dieser Beitrag zeigt dir konkret und verständlich, wie du den Übergang gut planst, welche Regeln wichtig sind und wie du Chancen nutzt.
Warum frühzeitige Planung so wichtig ist
Wenn du weißt, was geht und wie es rechtlich läuft, dann kannst du:
- deine finanzielle Situation besser einschätzen,
- deinen Arbeitsalltag bis zum Renteneintritt planen,
- Stress vermeiden und deine Freizeit bewusst gestalten,
- flexibel entscheiden, ob und wie du weiterarbeitest.
Und genau deshalb gehen wir Schritt für Schritt durch alles, was du wissen musst.
1. Wie viel darf ich neben der Rente verdienen? – Aktuelle Regeln
Unbegrenzter Hinzuverdienst für Altersrentner
Gute Nachrichten zuerst: Wenn du eine Altersrente beziehst, also regulär in Rente bist, dann gibt es seit dem 1. Januar 2023 keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Das bedeutet: Du kannst so viel hinzuverdienen, wie du möchtest, ohne dass deine Rente gekürzt wird – egal ob Minijob, Teilzeit oder Vollzeitbeschäftigung.
Das gilt sowohl wenn du:
- bereits die Regelaltersgrenze erreicht hast, oder
- eine vorgezogene Altersrente beziehst.
👉 Du musst also nicht mehr auf einen bestimmten Eurobetrag achten, um deine Rente zu behalten. Das gibt dir viel mehr Freiheit in der Übergangsphase.
Wichtige Ausnahme: Erwerbsminderungsrenten
Anders sieht es bei Erwerbsminderungsrenten aus. Wer noch eine solche Rente bekommt, hat weiterhin jährliche Verdienstgrenzen, z. B. ca. 39.322 € bei teilweiser Erwerbsminderung oder 19.661 € bei voller Erwerbsminderung (Stand 2025).
2. Steuerfreie Zusatzverdienste: Neue Aktivrente mit bis zu 2.000 €
Neben der grundlegenden Regelung zum unbegrenzten Hinzuverdienst gibt es ein neues steuerliches Angebot ab 2026: die sogenannte Aktivrente.
👉 Ab dem 1. Januar 2026 sollen Rentnerinnen und Rentner, die nach Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze weiterarbeiten, bis zu 2.000 € monatlich steuerfrei verdienen dürfen, zusätzlich zu ihrer Rente.
Was bedeutet das konkret?
- Du darfst bis zu 2.000 € pro Monat steuerfrei als Erwerbseinkommen behalten, zusätzlich zu deiner Altersrente.
- Voraussetzung ist, dass du die Regelaltersgrenze erreicht hast.
- Wichtig: Diese steuerliche Regelung ist noch politisch geplant und soll ab 2026 gelten, sie ist derzeit gesetzgeberisches Ziel und könnte je nach Umsetzung leicht variieren.
👉 Die Aktivrente ergänzt die bestehende Freiheit beim Hinzuverdienst und macht Arbeiten im Ruhestand steuerlich attraktiver, ohne dass deine gesetzliche Rente verloren geht.
3. Altersteilzeit: Für wen ist sie möglich und wer bietet sie an?
Viele Beschäftigte möchten nicht abrupt mit 100 % in den Ruhestand gehen, sondern lieber schrittweise reduzieren. Dafür gibt es die Altersteilzeit – aber nicht für alle und nicht automatisch.
Was ist Altersteilzeit?
Altersteilzeit ist ein Sondermodell der Arbeitszeitreduzierung, bei dem du deine Arbeitszeit in der letzten Phase vor dem Renteneintritt deutlich reduzierst und gleichzeitig einen finanziellen Ausgleich bekommst.
Das kann z. B. so aussehen:
- Halbierung der Arbeitszeit, aber
- Arbeitgeber zahlt einen Aufstockungsbetrag und
- Rentenversicherungsbeiträge werden fortgeführt.
Wer kann Altersteilzeit machen?
Altersteilzeit ist keine automatische Leistung, sondern eine Vereinbarung zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Du hast keinen gesetzlichen Anspruch darauf, aber du kannst sie beantragen. Entscheidend ist:
✔ du musst ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben (in der Regel ab ca. 55 Jahren),
✔ du solltest in den letzten Jahren vor Renteneintritt genügend versichert und tätig gewesen sein,
✔ dein Arbeitgeber muss dem zustimmen,
✔ oft gibt es tarifvertragliche oder betriebliche Regelungen, die du nutzen kannst.
👉 In vielen Branchen und Betrieben bietet der Arbeitgeber Altersteilzeit im Rahmen eines Tarifvertrags oder einer Betriebsvereinbarung an – frag deshalb unbedingt den Betriebsrat oder die Personalabteilung danach.
Rechtzeitig beginnen
Altersteilzeit braucht Vorlauf:
- 3 Jahre vor Rentenbeginn: optimaler Zeitpunkt, um Gespräche zu starten und deinen Antrag vorzubereiten.
- 2–3 Gespräche mit Arbeitgeber: es kann dauern, bis ein Vertrag steht.
Ein zu kurzer Vorlauf kann dazu führen, dass eine Altersteilzeit rechtlich oder organisatorisch nicht mehr passt. Beginne also früh – am besten 3 Jahre vor geplantem Rentenstart.
4. So gehst du bei Planung und Umsetzung vor – Schritt für Schritt
Damit du den Übergang erfolgreich managst, hier eine klare Handlungsempfehlung:
A. Früh informieren (3 Jahre vorher)
- Vereinbare einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung – dort erfährst du genau, wie hoch deine Rente voraussichtlich ist und welche Optionen du hast.
- Prüfe, wann deine Regelaltersgrenze ist und ob du Alternativen wie Altersteilzeit nutzen kannst.
👉 Die Rentenversicherung gibt dir verbindliche Zahlen und hilft dir, finanziell zu planen.
B. Gespräche im Betrieb führen (2–3 Jahre vorher)
- Sprich mit deinem Vorgesetzten und deiner Personalabteilung über deine Pläne.
- Frage, ob Altersteilzeit möglich ist, wie lange sie dauern kann und welche Modelle angeboten werden.
- Wenn es einen Betriebsrat gibt, nutze ihn als Ansprechpartner.
C. Vertrag oder Vereinbarung schreiben
Wenn Arbeitgeber und du euch einig seid, solltet ihr alles schriftlich festhalten:
- Arbeitszeit und Wochenstunden,
- Lohn und mögliche Zuschläge,
- Zeitraum und Rentenbeginn,
- welche Sozial- und Rentenbeiträge gezahlt werden.
D. Steuerliche Aspekte prüfen
Bei der späteren Weiterarbeit im Ruhestand – vor allem im Rahmen der geplanten Aktivrente bis 2.000 € steuerfrei – lohnt es sich, frühzeitig einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein zu befragen, damit du auch bei den Steuern clever planst.
5. Typische Fehler & wie du sie vermeidest
⚠ Zu spät beginnen
→ Viele warten zu lange mit Gesprächen. Beginne mindestens drei Jahre vorher.
⚠ Nur mündlich vereinbaren
→ Alles muss schriftlich stehen – insbesondere bei Arbeitszeitmodellen und Gehaltsfragen.
⚠ Steuern vergessen
→ Auch wenn du unbegrenzt hinzuverdienen darfst, müssen Einkommen und Rente in der Steuererklärung korrekt berücksichtigt werden.
6. Fazit – Mit Planung zum erfolgreichen Ruhestand
Der Übergang vom Job in den Ruhestand ist ein großer Schritt – aber er kann selbstbestimmt, flexibel und finanziell attraktiv sein, wenn du früh deine Optionen kennst und aktiv planst.
➡ Unbegrenzter Hinzuverdienst gibt dir Sicherheit und Flexibilität.
➡ Die neue Aktivrente mit bis zu 2.000 € steuerfrei kann ab 2026 deine Einnahmen stärken.
➡ Altersteilzeit bietet einen sanften, gut steuerbaren Übergang, wenn dein Arbeitgeber sie anbietet.
Starte heute damit, deine Pläne konkret zu machen – für einen Übergang in den Ruhestand, der zu dir passt.
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1. Wie viel darf ich als Rentner monatlich dazuverdienen?
Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenze mehr für Altersrentner. Das bedeutet: Du kannst unbegrenzt Geld verdienen, ohne dass deine Rente gekürzt wird. Zusätzlich soll ab 2026 die sogenannte Aktivrente kommen, bei der bis zu 2.000 € monatlich steuerfrei möglich sind.
2. Wann sollte ich meinen Ruhestand planen?
Du solltest deinen Ruhestand mindestens 3 Jahre vor Rentenbeginn planen. So hast du genug Zeit, deine Rentenansprüche zu prüfen, Gespräche mit deinem Arbeitgeber zu führen und Modelle wie Altersteilzeit oder Teilzeit rechtzeitig zu organisieren.
3. Wer hat Anspruch auf Altersteilzeit in Deutschland?
Einen gesetzlichen Anspruch auf Altersteilzeit gibt es nicht. Du kannst sie nur nutzen, wenn dein Arbeitgeber zustimmt. Voraussetzung ist meist ein Alter ab 55 Jahren sowie eine ausreichende Beschäftigungszeit. Oft wird Altersteilzeit über Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen geregelt.
4. Kann ich nach Rentenbeginn weiterarbeiten?
Ja, du kannst auch nach Rentenbeginn weiterarbeiten – in Teilzeit, Vollzeit oder im Minijob. Deine Rente bleibt dabei vollständig erhalten. Viele nutzen diese Möglichkeit, um mehr Geld zu verdienen und aktiv zu bleiben.
Das Foto und der Text wurden teilweise mit Hilfe von KI erstellt.
