Jobsharing statt Vollzeit: Wie sich Arbeit neu organisiert

Immer mehr Menschen wünschen sich mehr Zeit – für Familie, Erholung oder Weiterbildung. Doch nicht jeder möchte gleich in Teilzeit gehen. Eine spannende Lösung ist Jobsharing, also das Teilen einer Vollzeitstelle durch zwei Personen. Dieses Modell bietet Chancen für Arbeitnehmer:innen und Unternehmen gleichermaßen – besonders, wenn Teamgeist und klare Absprachen stimmen.

Was ist Jobsharing überhaupt?

Jobsharing bedeutet, dass sich zwei (manchmal auch drei) Kolleg:innen eine Vollzeitstelle teilen. Sie arbeiten also gemeinsam in einem sogenannten Tandem. Dabei sprechen sie sich über Aufgaben, Arbeitszeiten und Verantwortlichkeiten ab. Das kann auf viele Arten funktionieren:

  • Splitting-Modell: Jede Person übernimmt feste Aufgabenbereiche.
  • Sharing-Modell: Beide arbeiten an denselben Projekten und vertreten sich gegenseitig.
  • Hybrid-Modell: Eine Mischung aus beidem – ideal für dynamische Arbeitsfelder.

👉 Der große Vorteil: Das Unternehmen hat weiterhin eine volle Arbeitskraft – und die Mitarbeitenden profitieren von mehr Flexibilität.

Warum Jobsharing so gut in unsere Zeit passt

Viele Menschen wünschen sich heute flexiblere Arbeitszeiten. Besonders Eltern, Wiedereinsteiger:innen oder Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen profitieren vom Teilen einer Stelle. Auch für Arbeitgeber lohnt es sich: Jobsharing steigert Motivation, Zufriedenheit und die Qualität der Arbeit. Wenn zwei Köpfe denken, entsteht oft mehr Kreativität – und das Risiko von Ausfällen sinkt.

In welchen Berufen funktioniert Jobsharing?

Jobsharing ist längst nicht nur etwas für Büro oder Management. Auch in praktischen und serviceorientierten Berufen funktioniert das Modell – wenn Abläufe gut organisiert sind.

Typische Beispiele:

  • Büro & Verwaltung: Zwei Sachbearbeiter:innen teilen sich Aufgaben wie Kundenservice oder Buchhaltung.
  • Einzelhandel: Verkäufer:innen teilen sich Schichten – das Geschäft ist trotzdem durchgehend besetzt.
  • Pflege & Betreuung: Zwei Pflegekräfte wechseln sich flexibel ab, um Bewohner:innen zuverlässig zu betreuen.
  • Lager & Logistik: Kolleg:innen arbeiten versetzt, teilen sich Verantwortlichkeiten für Wareneingang und -ausgang.
  • Produktion: Maschinenbediener:innen oder Monteur:innen können in Tandems arbeiten, um Schichtsysteme abzufedern.

Praxisbeispiele aus Unternehmen:
dm-drogerie markt: In vielen Filialen teilen sich zwei Filialleiter:innen die Verantwortung. Das sogenannte Tandemmodell ermöglicht es, Beruf und Familie besser zu vereinen. Beide Partner:innen treffen Entscheidungen gemeinsam, planen Einsätze flexibel und sorgen so für stabile Abläufe.
Otto Group: Beim Hamburger Handelskonzern führen zahlreiche Führungstandems Teams im Personal- und Marketingbereich. Das Motto lautet dort: Doppelte Kompetenz – geteilte Verantwortung.
Deutsche Telekom: Über 200 Tandems arbeiten dort in verschiedenen Hierarchieebenen – von Projektmanagement bis Führung.
Bosch: Auch hier gibt es inzwischen Jobsharing-Modelle in verschiedenen Ausgestaltungen

Jobsharing in der Zeitarbeit – flexibel und zukunftsfähig

Auch Personaldienstleister entdecken das Modell für sich. Viele Zeitarbeitsfirmen ermöglichen inzwischen Tandemlösungen, etwa in der Pflege oder im Lager. So können zwei Zeitarbeitnehmer:innen dieselbe Position abwechselnd ausfüllen – ohne Lücken im Einsatzbetrieb.

Vorteile: – Bessere Planbarkeit für Mitarbeitende mit familiären Verpflichtungen.
– Unternehmen erhalten durchgehend volle Arbeitskraft.
– Kolleg:innen können voneinander lernen und sich gegenseitig vertreten.

So gelingt Jobsharing in der Praxis

Damit Jobsharing funktioniert, braucht es klare Regeln und gute Kommunikation.

Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren:Vertrauen: Beide Partner:innen müssen sich aufeinander verlassen können.
Abstimmung: Regelmäßige Übergaben sind Pflicht, um Fehler zu vermeiden.
Transparenz: Für Vorgesetzte und Team muss klar sein, wer wann verantwortlich ist.
Gleiche Haltung: Beide sollten ähnliche Arbeitsweisen und Ziele haben.

Tipp: Viele Firmen nutzen digitale Tools wie gemeinsame Kalender oder Übergabe-Apps, um den Informationsfluss zu sichern.

Jobsharing als Karrierechance – nicht als Bremse

Früher galt: Wer weniger arbeitet, hat weniger Aufstiegschancen. Das stimmt heute nicht mehr. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass auch Führung im Tandem funktioniert. Besonders in der Verwaltung, im Marketing oder im Personalwesen teilen sich Führungskräfte erfolgreich eine Leitungsrolle – mit großem Erfolg.

Fazit: Teilen statt verzichten

Jobsharing zeigt, dass Arbeit nicht immer Vollzeit sein muss, um erfolgreich zu sein. Das Modell verbindet Flexibilität mit Verantwortung – und eröffnet neue Chancen für Menschen, die Beruf und Privatleben besser ausbalancieren wollen.

👉 Tipp: Sprich bei deinem nächsten Bewerbungsgespräch offen über Jobsharing. Viele Arbeitgeber sind bereit, neue Wege zu gehen – besonders über Zeitarbeit.

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Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Jobsharing

1. Ist Jobsharing das Gleiche wie Teilzeit?

Nein. Beim Jobsharing teilen sich zwei Personen eine Vollzeitstelle und arbeiten eng zusammen. Teilzeit bedeutet dagegen, dass du einfach weniger Stunden arbeitest – ohne eine gemeinsame Verantwortung.

2. Wie wird das Gehalt beim Jobsharing berechnet?

Jede Person erhält den Anteil des Gehalts, der dem jeweiligen Arbeitsumfang entspricht. Bei 50:50 also die Hälfte des Vollzeitgehalts.

3. Was passiert, wenn eine Person aus dem Tandem ausfällt?

Dann versucht das Unternehmen, kurzfristig Ersatz zu finden – oft kann die andere Person vorübergehend mehr Stunden übernehmen.

4. Können Jobsharing-Modelle auch in Zeitarbeit funktionieren?

Ja, sehr gut. Besonders in Schichtsystemen oder Projekten, in denen planbare Übergaben möglich sind.

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